Alte Tiroler Getreidesorten

Projektkoordination
Stefanie Suchy 
Mobil: 0650 62 33 500 
E-Mail: s.suchy(at)tiroler-umweltanwaltschaft.gv.at 

Projektzeitraum
Begonnen 2008 als Obernberger Schwarzhafer-Projekt

Projektinhalt und Intention

Von den einst über 14.000 ha Getreideäckern in Tirol sind 604 ha übrig geblieben, ca. ein Viertel davon ist Brotgetreideanbaufläche, der Rest wird als Futtergetreide verwendet und ist wertvoller Teil der Fruchtfolge. D.h. das in Tirol verspeiste und verarbeitete Getreide wird fast zur Gänze importiert.

Durch diese Entwicklung ist die regionale Ernährungssicherheit sowie die Erhaltung ortstypischer Landsorten und des damit verbundenen Kultur- und Erfahrungsschatzes gefährdet, auch bodenbrütende Vogelarten der Feldflur leiden unter dem Rückgang geeigneter Nistplätze und dem fehlenden Nahrungsangebot. Das Projekt „Alte Tiroler Getreidesorten“ möchte dem Trend entgegenwirken:
 
Brücken zwischen Naturschutz, umweltgerechter Landwirtschaft, Erhaltung von Kulturgut und der Vermarktung biologischer Qualitätsprodukte sollen geschlagen werden.

Einige Bio-Betriebe im Wipptal haben in den letzten Jahren dem Obernberger Schwarzhafer zu einem Come-back verholfen. Saatgut aus der Genbank des Landes Tirol bildete das „Startkapital“ für die weitere Vermehrung. Der Obernberger Schwarzhafer hat eine große Tradition, er wurde einst für die Versorgung der über den Brennerpass ziehenden Saumtiere großflächig angebaut. Doch auch weiteren alten Getreidesorten soll im Zuge des Projekts zu einer Renaissance verholfen werden: der Winterdinkelsorte Tiroler Kolbendinkel, der Sechszeiligen Pumpergerste, dem Tiroler Frühen Binkel, Tiroler Sommerroggen und der Tiroler Rispenhirse.

Eines der wichtigsten Projektziele ist es, mit hochwertigen Produkten zu zeigen, dass umweltgerechte traditionelle Landwirtschaft und Naturschutz durchaus Hand in Hand gehen. Von den dabei entstehenden Synergien profitieren Bauern und Bäuerinnen sowie KonsumentInnen. Die stark nachgefragten „Bio vom Berg“ Tiroler Bio-Haferflocken mit Obernberger Schwarzhafer sind ein herausragendes Beispiel dafür.

Als Projektpartner versucht die Tiroler Umweltanwaltschaft weitere Bio-Betriebe zu gewinnen. Interessierte sind dazu eingeladen, sich unverbindlich mit der Projektkoordinatorin Stefanie Suchy (Kontaktdaten siehe oben) in Verbindung zu setzen.

Weitere Infos

„Anbaubericht“ 2015

2015 haben 18 Bio-Betriebe auf einer Gesamtfläche von rund 4 ha alte Getreidesorten im Zuge des Projekts angebaut. Die Hälfte der Betriebe hat von der Tiroler Genbank Saatgut bezogen, die andere Hälfte hatte eigenes Nachbau-Saatgut. Es wurden alle Projekt-Sorten angebaut, wobei die meisten Betriebe auf den Obernberger Schwarzhafer setzten.

Der Großteil der Bio-Bauern und Bäuerinnen hat die alten Landsorten für den Eigengebrauch angebaut – so wurde die Ernte für Futtergetreide oder zum Brotbacken verwendet. Vier Bio-Betriebe haben Obernberger Schwarzhafer an Bioalpin (Marke „Bio vom Berg“), zwei Betriebe an die Edelbrennerei Kostenzer geliefert.

Ausblick 2016/2017

Zum zweiten Mal trafen sich Tiroler Bio-Bauern und Bäuerinnen am 3. März 2016 im Rahmen der Fortbildungsveranstaltung des Projekts in Innsbruck. Zusätzlich zu den bisherigen TeilnehmerInnen haben sich eine Reihe neuer interessierter und engagierter Bio-Betriebe gemeldet und werden dieses Jahr mitmachen.

Im Spätsommer findet dieses Jahr erstmals der „Workshop auf dem Getreidefeld“ statt, die händische Ernte und das Aufbinden soll gelernt werden.

Im Jahr 2017 wird es den ersten – drei Jahre im Robinienfass gereiften – Whisky aus Obernberger Schwarzhafer geben.

Projektpartner

Direktvermarkter

  • Hanneslerhof
  • Sturmhof Volderwald: Fam. Schwaiger, Sturmweg 15, 6075 Tulfes

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