Tiroler Naturschutzaktivitäten in Gefahr

Mit der Ankündigung der Tiroler Landesregierung, dass der Tiroler Naturschutzfonds in das allgemeine Landesbudget eingegliedert wird und 60 % künftig für Klimaschutz, zB. zur Förderung des öffentlichen Personennahverkehrs verwendet werden, befürchtet der Landesumweltanwalt einen Abbau der konstruktiven Naturschutzarbeit in Tirol. 

De facto ist der 1991 eingerichtete Naturschutzfonds mit jährlich rund 1 Million Euro das einzige und wichtigste Instrument, mit dem in Tirol Naturschutzprojekte im Bereich Umwelt- und Artenschutz finanziert werden können. Verwaltet wurde der Fonds bisher von der Abteilung Umweltschutz vom Amt der Tiroler Landesregierung nach klaren Förderrichtlinien. Ein neuer Gesetzesentwurf im Rahmen der Tiroler Verwaltungsreform will den Naturschutzfonds künftig zu 60 % für Maßnahmen des Klimaschutzes (insbesondere zur Förderung des öffentlichen Personennahverkehrs, ua. das ÖFFI-Jahresticket) umfunktionieren. Damit blieben nur 40 % der Mittel des Naturschutzfonds für tatsächliche Naturschutzmaßnahmen übrig.

Eine Kürzung der Mittel des Naturschutzfonds für Naturschutzprojekte wäre auch deshalb folgenschwer, weil damit auch weitere Kofinanzierungsmittel (wie z.B. EU- Mittel aus der ländlichen Entwicklung) wegfallen würden. Mit dem Naturschutzfonds wurden bisher neben Initiativen wie zB. zur Lebensraumsicherung von naturnahen Wäldern und Ausstellungen wie jene zum Schutz der Steinböcke im Kaunertal auch  Gewässer-Revitalisierungen und die Ausbildung von NaturführerInnen finanziert. 

Die geplante Umfunktionierung der Mittel des Naturschutzfonds für Klimaschutzmaßnahmen würde daher eine massive Bedrohung für die Weiterführung einer konstruktiven Naturschutzarbeit in Tirol bedeuten über die es in den vergangenen Jahren gelungen ist, Positives für die Natur zu bewirken und die Menschen für einen sorgsamen Umgang mit Natur und Landschaft zu sensibilisieren. Also um Naturschutzprojekte, bei denen es immer um die zentrale Stärke Tirols geht, nämlich eine intakte Natur - und damit auch um einen Schlüsselfaktor für Wirtschaft und Tourismus.