Tiroler Naturschutz in Gefahr

Auch wenn die weltweite Umsetzung von Klimaschutz-Maßnahmen, wie sie nun am COP 22 in Marrakesch fixiert wurde, generell natürlich begrüßenswert ist, sorgt in Tirol momentan ein Thema für Aufregung und Kritik bei Umweltorganisationen und Umweltdachverband: die geplante Eingliederung des Naturschutzfonds in das Haushaltsbudget des Landes und eine Reduktion der Mittel für den Naturschutz zugunsten des Klimaschutzes.

De facto ist der 1991 eingerichtete Naturschutzfonds mit jährlich rund 1 Million Euro das einzige und wichtigste Instrument, mit dem in Tirol Naturschutzprojekte im Bereich Umwelt- und Artenschutz finanziert werden können. Verwaltet wurde der Fonds bisher von der Abteilung Umweltschutz vomAmt der Tiroler Landesregierung unter klaren Förderrichtlinien. Ein neuer Gesetzesentwurf im Rahmen der Tiroler Verwaltungsreform will den Naturschutzfonds künftig zu 60 % für Maßnahmen des Klimaschutzes (insbesondere zur Förderung des öffentlichen Personennahverkehrs, ua. das ÖFFI-Jahresticket) umfunktionieren. Damit blieben nur 40 % der Mittel des Naturschutzfonds für tatsächliche Naturschutzmaßnahmen.

Eine Kürzung der Mittel des Naturschutzfonds für Naturschutzprojekte wäre auch deshalb folgenschwer, weil damit auch weitere Kofinanzierungsmittel (wie z.B. EU- Mittel aus der ländlichen Entwicklung) wegfallen würden. Mit dem Naturschutzfonds wurden bisher neben Initiativen zur Lebensraumsicherung von naturnahen Wäldern und Ausstellungen wie jene zum Schutz der Steinböcke im Kaunertal auch  Gewässer-Revitalisierungen und die Ausbildung von NaturführerInnen finanziert. 

Die geplante Umfunktionierung der Mittel des Naturschutzfonds für Klimaschutzmaßnahmen würde daher eine massive Bedrohung für die Weiterführung einer konstruktiven Naturschutzarbeit in Tirol bedeuten, über die es in den vergangenen Jahren gelungen ist, Positives für die Natur zu bewirken und die Menschen für einen sorgsamen Umgang mit Natur und Landschaft zu sensibilisieren. Naturschutzprojekte, bei denen es immer um die zentrale Stärke Tirols geht, nämlich eine intakte Natur - und damit auch um ein Kernthema von Wirtschaft und Tourismus.

Der Landesumweltanwalt Johannes Kostenzer und sein Team wünschen Ihnen und Ihren Familien ein schönes und friedliches Weihnachtsfest und alles Gute für das Jahr 2017.