Die ASFINAG fordert die Freigabe des Pannenstreifens als dritte Spur zwischen Innsbruck und Zirl

Alle, die täglich in der Früh mit dem Auto vom Oberland nach Innsbruck fahren, kennen ihn: den morgendlichen Stau auf der A-12 zwischen Zirl und Innsbruck. Auf dieses durchaus ernstzunehmende Problem reagiert die ASFINAG jetzt mit einem Vorhaben, das aus der Sicht der Tiroler Umweltanwaltschaft in die falsche Richtung geht: die ASFINAG möchte nämlich im Autobahnabschnitt zwischen Innsbruck und Zirl den Pannenstreifen in einen dritten Fahrstreifen umfunktionieren und statt des durchgehenden Pannenstreifens punktuelle Pannenbuchten errichten. Mit dieser Maßnahme würde, so die ASFINAG, der morgendliche Stau in Richtung Innsbruck verhindert werden. 

 

Landesumweltanwalt Johannes Kostenzer sieht den Vorschlag der ASFINAG kritisch. Zunächst belegen mehrere Studien die Tatsache, dass mehr verfügbare Straßenfläche zu mehr Verkehrsaufkommen führt- ein Umstand, der nicht im Interesse der überwiegenden Bevölkerung steht. Außerdem ist mit der Einführung eines dritten Fahrstreifens auf einem Teilstück der Autobahn mit einer Verlagerung des Problems auf andere angrenzende Autobahnstrecken zu rechnen: wenn also tatsächlich eine Stauentlastung zwischen Zirl und Innsbruck erreicht würde, muss man gleichzeitig davon ausgehen, dass anderenorts Überlastungen auftreten können, so etwa bei der Autobahnabfahrt West in Innsbruck. Denn durch die Einführung eines dritten Fahrstreifens würde sich die Anzahl der gleichzeitig fahrenden Autos vermutlich erhöhen und damit auch die Anzahl der Autos, die dann zur gleichen Zeit nach Innsbruck abfahren wollen.

Gegen die Erweiterung der Autobahn spricht außerdem noch, dass dies zu mehr Schadstoff-Belastung auch für die angrenzenden landwirtschaftlichen Flächen führen würde. Und nicht zuletzt ist die Sicherheit ein wichtiges Argument dagegen: denn das Ersetzen des Pannenstreifens durch punktuelle Pannenbuchten würde zweifelsohne auch mit einem Verlust an Sicherheit einhergehen.

Der Vorschlag der ASFINAG, die sich aktuell die rechtlichen Genehmigungen für das Projekt einholen will, kann daher im Kontext der derzeitigen hitzigen Diskussionen um die Transit-Belastung nur als kontraproduktiv betrachtet werden.