Illegale Bautätigkeit am Pitztaler Gletscher

Das Schigebiet Pitztaler Gletscher im hinteren Ötztal war in den letzten Monaten öfter Thema in den Medien. Grund ist die geplante Zusammenlegung der bestehenden Gletscherschigebiete Pitztal-Ötztal, ein Vorhaben, zu dem die Tiroler Umweltanwaltschaft bereits mehrfach kritisch Stellung genommen hat.

Im August haben die Pitztaler Gletscherbahnen negativ auf sich aufmerksam gemacht: ein Tourist hatte zufällig über eine Internet-Videokamera einen massiven Eingriff in die Gletscherlandschaft beobachtet und die Behörde kontaktiert. Bei dem illegalen, weil nicht genehmigter Eingriff, wurde mit einem Bagger ein 12-Meter-breiter Schiweg in den Berg gehauen. Der nahe Grat, der zum Teil in einem Natura 2000 Schutzgebiet liegt, ist dabei stellenweise abgebrochen, sodass sich neben den unmittelbaren Eingriffen nun auch das Landschaftsbild negativ verändert hat.

Der Fall zeigt auf, dass die Klimaerwärmung manche Seilbahnunternehmer nicht nur den gesetzlichen Rahmen vergessen lässt, sondern dass sogar in immer höheren Lagen massive Eingriffen in die Landschaft erfolgen.

Hier wären mehr Sorgfalt und die Einbeziehung naturschutzrechtlicher Aspekte in die Planung unbedingt wünschenswert und das vorherige Einholen aller essentiellen gesetzlichen Bewilligungen zwingend notwendig. 

Einige Positivbeispiele von umsichtigen und gewissenhaft arbeitenden SchigebietsbetreiberInnen haben bereits vorbildlich gezeigt, dass es auch funktioniert, wenn man auf unsere Natur angemesse Rücksicht nimmt.

Die Bezirkshauptmannschaft Imst hat umgehend auf den Eingriff am Pitztaler Gletscher reagiert und die konsenslosen Arbeiten eingestellt. Landesumweltanwalt Johannes Kostenzer geht davon aus, dass bald ein nachträglicher naturschutzrechtlicher Bewilligungsantrag für die Genehmigung der bereits umgesetzten Maßnahmen mit den daraus resultierenden Landschaftsverwundungen eintreffen wird. 

Kein gutes Signal hinsichtlich der beantragten Verbindung der beiden Gletscherschigebiete Pitztal-Ötztal mit einer anvisierten neuen Pistenfläche von über 60 ha, wahrscheinlich das größte schitechnische Infrastrukturvorhaben, welches jemals in Tirol zur behördlichen Einreichung gelangt ist. Und dies in Zeiten der fortschreitenden Erderwärmung.