Glyphosat auf Feldern in Götzens

Ein Fall von Glyphosat- Ausbringung durch einen landwirtschaftlichen Betrieb in Götzens sorgt derzeit für Besorgnis bei den BewohnerInnen der Gemeinde Götzens und anderer Gemeinden. Mehrere aufmerksame Menschen haben bemerkt, dass im Umfeld von Götzens plötzlich mehrere Felder braun geworden sind und haben sich irritiert an die Tiroler Umweltanwaltschaft gewandt. Nach eingehender Prüfung steht fest: der Bauer hat auf diesen Feldern das Pflanzengift Glyphosat ausgebracht, sodass alle Pflanzen inklusive Kleinstlebewesen auf der Fläche und in dessen unmittelbarer Umgebung abgestorben sind. 

Der Fall wurde der zuständigen Bezirkshauptmannschaft und der AMA (Agrar Markt Austria) gemeldet, letztere ist für landwirtschaftliche Förderungen zuständig. Die Nachprüfungen ergaben tatsächlich, dass der besagte Bauer im Rahmen des ÖPUL-Programms der AMA gefördert wird (ÖPUL = Österreichisches Programm zur Förderung einer umweltgerechten, extensiven und den natürlichen Lebensraum schützenden Landwirtschaft). Dass in diesem Rahmen eine Nutzung von Glyphosat unter bestimmten Umständen aber trotzdem zulässig und somit legal ist, stellt für Landesumweltanwalt Johannes Kostenzer einen starken Widerspruch dar. Zusätzlich hat der Landwirt nach eigenen Angaben bestätigt, zu Glyphosat gegriffen zu haben, um sich die aufwendigere Arbeit des Umpflügens zu ersparen.

Der Fall wirft die berechtigte Frage auf, wie es sein kann, dass ein Bauer in Tirol eine für Mensch und Tier giftige Chemikalie legal auf seinen Feldern austragen kann und dabei öffentliche Gelder bekommt, die dazu bestimmt sind, nachhaltige und umweltfreundliche Landwirtschaft zu fördern. Im März 2015 wurde Glyphosat von der Internationalen Agentur für Krebsforschung (IARC) der Weltgesundheitsorganisation (WHO) als wahrscheinlich beim Menschen krebserregend eingestuft.

Von der AMA kam dazu bisher keine Stellungnahme. Die Tiroler Umweltanwaltschaft wird die Sache weiter verfolgen. Schon vergangenes Jahr im Rahmen der Diskussion um eine Verlängerung der Zulassung von Glyphosat haben alle österreichischen Landes-Umweltanwaltschaften geschlossen eine Stellungnahme abgegeben mit der entschiedenen Forderung nach einem Verbot dieses bedenklichen Pestizids in Österreich. Gerade in Tirol, in dem eine nachhaltige Landwirtschaft und deren Produkte zu den wichtigsten Aushängeschildern für das Land gehören, sollte mehr darauf geachtet werden, dass derartige Pestizideinsätze wie im geschilderten Fall in Götzens nicht mehr vorkommen. 

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