Anpassungsstrategien von Pflanzen an Hitzeperioden

Wir erlebten heuer in Tirol einen der heißesten Sommer der letzten Jahrzehnte. In den meisten österreichischen Landeshauptstädten herrscht derzeit laut ZAMG die längste durchgehende Hitzewelle seit Messbeginn. Um auf diese extremen Bedingungen (plötzlich eintretende und langanhaltende Hitze, wenig Regen, hohe Verdunstung, ...) zu reagieren, haben Pflanzen verschiedene Anpassungsmethoden entwickelt. Dazu gehört zB. das Abwerfen einzelner Blätter als Schutzmechanismus gegen das Vertrocknen, nämlich immer dann, wenn der Baum es nicht mehr schafft, die Verdunstung durch das Schließen der Spaltöffnungen auf den Blattunterseiten zu regulieren.

Eine andere Art, wie sich Pflanzen an Wassermangel angepasst haben, ist die Ausbildung von wasserspeicherndem Gewebe an Stiel und Blättern, zB. bei Steinbrechgewächsen. Das sehen wir häufig im Hochgebirge, wo zumeist wenig Boden vorhanden ist, der Wasser speichern könnte. Andere Pflanzen bilden filzartige weiße Härchen aus mit der Funktion, die Sonnenstrahlen zu reflektieren. Wieder andere Pflanzenarten haben meterlange Wurzelsysteme entwickelt (zB. der Wein) oder Zwiebel bzw. Knollen, die das Wasser unterirdisch speichern können, wie die Herbstzeitlose oder das Alpenveilchen.

Sommer wie der aktuelle beweisen aber vor allem eins: die lang unterschätzte Bedeutung von Grünflächen in der Stadt. Denn sie tragen maßgeblich zu einem Temperaturausgleich bei und können damit dem Hitzestau in der Stadt effektiv entgegenwirken. Gerade asphaltierte Flächen und Beton heizen besonders stark auf. Hier können selbst kleinere Grüninseln etwas Abkühlung schaffen. Insgesamt wird sich die städtische Grünraumplanung als Schlüssel erweisen, wie lebenswert in Zukunft unsere Städte sein werden.