Der Herbst ist da...

...und damit einhergehend große Veränderungen in der Fauna und Flora. Im Herbst kann man die unterschiedlichsten Strategien beobachten, wie sich Pflanzen und Tiere auf den nahenden Winter vorbereiten. So verfärben sich zum Beispiel die Blätter von Bäumen, bevor sie dann abfallen. Ursache ist der langsame Rückzug der Pflanzensäfte in den Stamm bzw. in die Wurzeln. Wer einmal am Großen Ahornboden im Karwendel zur Herbstzeit wandern war und die vielen gelb gefärbten Blätter der Ahornbäume gesehen hat, wird unweigerlich den Begriff des „Indian Summer“ vor Augen haben. Andere Pflanzen sterben auch ab und haben als letztes Ziel vorher das Aussamen, um den Fortbestand der Art zu gewährleisten. In den ausdauernden Pflanzen werden teilweise sogar Frostschutzmittel eingelagert, dass die tiefen Temperaturen nicht die Pflanzenzellen zum Platzen bringen.

Auch bei den Tieren gibt es verschiedene Anpassungsmaßnahmen, um die schweren Wintermonate zu überleben. Jeder kennt die Eichkätzchen, die ihre „Nussdepots“ anlegen. Die Eichel- und Zirbenhäher haben die gleiche Strategie und legen z.B. Zirbelnüsse in Verstecke, um über den Winter genug Nahrung zu haben. Andere Vögel sind schon in den Süden gezogen, um dort in wärmeren Gegenden zu überwintern. Schwierig dabei sind oftmals die von Menschenhand geschaffenen Hindernisse wie große Glasflächen, die von den Vögeln nicht erkannt werden. Immer wieder wird von ganzen Schwärmen berichtet, die auf solche Glashindernisse stoßen und durch den Aufprall qualvoll verenden, wie zuletzt eine Gruppe von Trauerschnäppern in Innsbruck. Hier möchte die Tiroler Umweltanwaltschaft einerseits die ArchitektInnen und andererseits natürlich auch die Eigentümerseite sensibilisieren.

Ebenfalls betrifft die Vorbereitung auf den Winter Insekten, die entweder als Raupe oder als Puppe oder als Ei  versuchen den Winter zu überleben. Amphibien oder Reptilien suchen frostsichere Verstecke im Laub oder in Erdhöhlen. Auch Fische passen sich an die kalte Jahreszeit an – unter Umständen gefriert die Wasseroberfläche von Teichen über den Winter zu und die Fische nehmen am Grund eine Art Kältestarre an, um Energie zu sparen.

So gibt es unzählige verschiedene Strategien in der Natur, um sich im Herbst auf den Winter vorzubereiten. Wichtig für uns Menschen ist es, dass wir in dieser Zeit besonders respektvoll mit der Natur umgehen. Nichts ist schöner als eine Wanderung durch den herbstlichen Wald mit seiner Farbenpracht, aber wir sollten beachten, dass wir auf den Wegen bleiben, um die Wintervorbereitung der Lebewesen im Wald nicht zu stören - dann liegt einem wunderschönen Naturerlebnis in dieser bunten Jahreszeit nichts im Weg.