Massensterben von Amphibien – Auslöser war ein Giftstoff

Vor ca. einem Jahr verendeten in einem Speichersee am Patscherkofel tausende Amphibien in nur wenigen Tagen. Bei den toten Tieren handelte es sich überwiegend um Grasfrösche. Der Vorfall löste große Verunsicherung in Wissenschafts- und Naturschutzkreisen aus. Mehrere Untersuchungen von Wasserproben, die ua. von der chemisch-technischen Umweltschutzanstalt des Landes gezogen und ausgewertet wurden, waren notwendig. Denn ad hoc konnte zunächst keine konkrete Ursache für das Massensterben gefunden werden. In der Folge wurden verendete Tiere zur pathologischen Untersuchung an verschiedene Institute geschickt, ua. an ExpertInnenngruppen in Belgien und Berlin. Durch die dort durchgeführten Tests konnte festgestellt werden, dass ein Giftstoff der Auslöser für das Amphibiensterben gewesen sein muss. Wie dieser jedoch in das Wasser des Speichersees kam, ist nicht mehr nachvollziehbar. 

Die Auswirkungen des Vorfalls auf die Grasfroschpopulation in dem Speichersee sind massiv: heuer sind dort statt der 2.000-3.000 Laichballen vom Vorjahr nur mehr gerade einmal 30 Laichballen vorhanden. Auch wenn Amphibien immer wieder aus natürlichen Gründen in größeren Zahlen verenden (was in der Fortpflanzungsstrategie der Grasfrösche durch massenhafte Laichablage ausgeglichen wird), zeigt die Begebenheit von 2017 deutlich die Fragilität von biologischen Systemen, die schon durch geringe Veränderungen oder durch einen einmaligen Eingriff aus dem Gleichgewicht geraten können.