Amphibien: Tod auf der Straße

In Kürze beginnt die Froschhochzeit. Grasfrösche, Erdkröten, Gelbbauchunken, Kreuzkröten und Bergmolche erwachen nacheinander aus ihrer Winterstarre und locken mit ihren Rufen die Weibchen an. Bei der damit einsetzenden Wanderung zu den ihnen vertrauten Laichgewässern, bei der sie oft Straßen überqueren müssen, werden viele Tiere getötet. Manche Gemeinden beugen dem Amphibiensterben an besonders frequentierten Straßenübergängen durch Warnschilder für die AutofahrerInnen oder auch mittels Amphibienzäunen vor.

Durch die starke Urbanisierung und vor allem durch den Straßenbau ist die Anzahl an Amphibien in Österreich stark zurückgegangen. Besonders drastisch ist das z.B. bei den Laubfröschen: diese waren Mitte des 20. Jahrhunderts in Tirol noch weit verbreitet; durch den Bau der Inntalautobahn ist der Laubfrosch mittlerweile aber fast ausgestorben. Gute Bestände gibt es nur mehr einige wenige in Tirol, wie zB. im Außerfern oder in Völs.

Es ist deshalb wichtig, diese Orte zu bewahren oder neue zu schaffen, an welche sich diese Tiere zurückziehen können und wo die notwendige Durchlässigkeit zwischen Laichplatz und Sommerlebensraum gegeben ist.

Die Anlage von Straßenunterführungen für Amphibien dient somit auch der Aufrechterhaltung der Vielfalt. Solche „Amphibienschutzwege“ wurden in den letzten Jahren auf Initiative der Tiroler Umweltanwaltschaft geplant und umgesetzt. Das 2009 initiierte Projekt Biotopverbund Via Claudia Augusta hat Defizite von Verbindungswegen/Korridoren von betroffenen Tieren untersucht und Maßnahmen zur Verbesserung und deren Schutz konzipiert.