Tiroler Naturschtzbeauftragte stellen sich vor

In der Reihe „Tiroler Naturschutzbeauftrage stellen sich vor“ stellen wir diesmal Dipl.-Ing. Dr. Stephan Tischler vor, einer von zwei Naturschutzbeauftragten des Bezirkes Landeck. Stephan Tischler hat in Wien Raumplanung studiert und arbeitet nach einigen Jahren in der Verkehrswissenschaft an der Universität Innsbruck nun in der Privatwirtschaft. Genau dieses Spannungsfeld zwischen der Nutzung des Raumes und Naturschutz sieht er als spannende Herausforderung. „Mobilität, Raumnutzung und Naturschutz müssen nicht unbedingt ein Gegensatz sein“, findet er, sind diese doch sehr eng miteinander verbunden und gerade die Raumplanung sei wichtig für einen ausgewogenen Ausgleich. Seine Motivation als ehrenamtlicher Naturschutzbeauftragter der Tiroler Umweltanwaltschaft bezieht Stephan Tischler aus der Liebe zur Natur und aus der Freude, einen kleinen Beitrag für den Naturschutz leisten zu können. Sei es dadurch, dass man Projekte in diesem Sinne verbessern oder auch einfach nur ein Verständnis dafür schaffen kann.

Der Bezirk Landeck ist von einer sehr speziellen, inneralpinen Topografie mit steilen, engen Tälern geprägt und stellt mit den touristischen Hotspots von Ischgl bis hin zum Arlberg eine besondere Herausforderung dar. Ein großes Thema des Bezirkes ist neben den Großschigebieten die Wildbach- und Lawinenverbauung. Hier kann uns der Naturschutzbeauftragte über einen Erfolg seiner ehrenamtlichen Arbeit erzählen, wobei ihm dabei seine technische Ausbildung zu Hilfe gekommen ist: So konnte er beispielsweise im naturschutzrechtlichen Genehmigungsverfahren bei Bauvorhaben die Sinnhaftigkeit in der Dimensionierung von einzelnen Maßnahmen dahingehend hinterfragen, ob diese tatsächlich notwendig sind und den gewünschten Nutzen bringen würden. Während der Verhandlung konnte man gemeinsam mit dem Antragsteller und den Sachverständigen die Maßnahmen redimensionieren, weil sich der Nutzen im Vergleich zu den Umweltauswirkungen als unverhältnismäßig herausgestellt hat. Dazu hat am Ende der Verhandlung sogar der Projektant einmal eingeräumt, dass aufgrund des Naturschutzbeauftragten Steuergeld gespart wurde.

Im Großen und Ganzen sieht Stephan Tischler, dass seine Tätigkeit für den Naturschutz sowohl bei den Menschen als auch bei den Gemeinden und der Wirtschaft eine immer größere Akzeptanz findet. Das erfüllt ihn mit großer Zufriedenheit und liefert viel Motivation für sein weiteres Tun.

Das ganze Interview mit Stephan Tischler, das auch aufgezeichnet wurde, können Sie hier nachhören.