Bauprojekte in Tiroler Schutzgebieten?

In den letzten Monaten häufen sich Projekte von BetreiberInnen, die ihre Vorhaben (Parkplätze, Gewerbeanlagen, Wohngebäude, etc.) offenbar innerhalb der Grenzen von Tiroler Schutzgebieten errichten wollen. Aus Sicht der Tiroler Umweltanwaltschaft ist diese Entwicklung bedenklich, da die Umsetzung von derartigen Projekten innerhalb von Schutzgebieten nicht nur gegen die Intentionen der von Landesregierung und Landtag beschlossenen Schutzgebiete ist, sondern auch den langfristigen Erhalt von besonders schützenswerten Räumen für zukünftige Generationen gefährdet. Die strategische Ausweisung von Schutzgebieten zum Erhalt von repräsentativen Großlebensräumen und Besonderheiten der Gebirgslandschaft wird seit Jahrzehnten als Erfolgsrezept für Tourismus und Erholung angesehen. Biodiversität und Artenschutz sind gerade in Anbetracht der Klimaerwärmung und einer vielfältigen Insektenfauna zudem für die Landwirtschaft von Bedeutung und von großem Mehrwert.

„Dass dann trotz großem Baulandüberhang, wie in der Gemeinde Gnadenwald, mit dem Argument des „sozialen Wohnbaus“ in ein sogar nach Brüssel gemeldetes Natura 2000 und dem Prädikat Naturpark ausgezeichnetes Gebiet gewidmet wird, verstehe ich als Landesumweltanwalt einfach nicht mehr“, so Johannes Kostenzer.