Blüten.Reich - schön natürlich

Wer erinnert sich nicht an die berühmte „Klatschmohnwiese“ von Biene Maja und dem faulen Willi? Ein farbenfrohes Wildblumenparadies mit viel Leben und geschäftigen Insekten. Mit dem 2015 gestarteten Projekt „Blüten.Reich“ möchte die Tiroler Umweltanwaltschaft dem Verlust der Pflanzenvielfalt auf unseren Wiesen entgegenwirken. Die traditionelle Landwirtschaft hat eine große Vielfalt an Pflanzen ermöglicht. Durch die Intensivierung hat die „moderne“ landwirtschaftliche Nutzung (mehrfacher Schnitt und starke Düngung) jedoch Bedingungen geschaffen, in denen oftmals nur noch wenige Arten überleben können. Die Konsequenz daraus ist Monotonie statt Vielfalt. Es benötigt also wieder Wiesenbiotope, die Lebensraum für bedrohte Tier- und Pflanzenarten bieten. Und damit auch Lebensräume für in der Landwirtschaft nützliche Lebewesen. Darüber hinaus ist eine farbenfroh blühende Wiese für das Landschaftsbild ein Gewinn und steigert den Erholungswert einer Landschaft.

In diesem Jahr lädt die Projektleiterin Stefanie Pontasch in Zusammenarbeit mit der Tiroler Umweltanwaltschaft weitere Gemeinden ein, Blühstreifen mit Wildpflanzen – sei es in Kreisverkehren oder am Straßenrand, also in und in der Nähe von Ortschaften- anzulegen. Dadurch erreicht man einen großen Mehrwert: erstens ermöglicht die Anlage solcher Blühstreifen aus regionalem Saatgut eine Rückkehr der Artenvielfalt und zweitens erweist sich die extensive Pflege langfristig als weniger aufwändig und kann daher insgesamt kostengünstiger sein, als die herkömmliche Betreuung von Grün-, Park- und Straßenbegleitanlagen (Kreisverkehrsgestaltung, Verkehrsinseln, etc.). Außerdem bieten Wildpflanzen Nahrung und Lebensraum für eine Vielzahl von Tieren. Letztendlich wirken sich solche bunten Wiesenflächen, wenn sie auch noch so klein sind, positiv auf den Erholungswert aus und steigern die gute Laune.

Das Pilotprojekt in der Vorarlberger Gemeinde Rankweil, das vom Biologen und Autor Dr. Reinhard Witt begleitet wird, hat diese Effekte eindrucksvoll bestätigt. Dort beherbergen die angelegten Blühstreifen aus Wildpflanzen eine hohe Zahl an Wildbienen, Schmetterlingen, Hummeln und Heuschrecken. Es wurden sogar Arten nachgewiesen, die bereits als ausgestorben galten. Und die Bürger und BürgerInnen erfreuen sich an der bunten Vielfalt. Auch in Tirol sind bereits eine Reihe von Gemeinden mit großem Engagement dabei, zB. Kirchbichl, Eben a. Achensee, Fieberbrunn, Volders und Vils.

Wenn Sie Interesse am Projekt „Blüten.Reich“ haben, oder wenn Sie GemeindevertreterIn sind und Ihre Gemeinde bunter und blütenreicher gestalten wollen, können Sie hier weiteres Wissenswertes zum Thema hier nachlesen und sich gern mit der Projektleiterin in Verbindung setzen.