EU-Projekt Futourist

Gemeinsam mit der italienischen Provinz Belluno und der Gemeinde Asiago ist die Tiroler Umweltanwaltschaft seit 2017 mit der Umsetzung des EU-Projekts Futourist beschäftigt. Ziel für die kommenden zweieinhalb Jahre ist die Belebung von touristisch wenig intensiven Gemeinden und Regionen durch die Wertschätzung und Sichtbarmachung ihrer jeweiligen natur- und kulturlandschaftlichen Besonderheiten.

Mithilfe eines Kriterienkatalogs, den die Tiroler Umweltanwaltschaft in Zusammenarbeit mit den EU-PartnerInnen entwickelt hat, wurden nun drei Regionen definiert, die sich besonders für die Umsetzung des Projekts eignen:

1) die Region des Tiroler Gailtales in Osttirol, in der seit Generationen weitergegebenes Wissen noch sehr präsent ist und bis heute zum Erhalt einer besonderen Form der Bewirtschaftung beigetragen hat. Dieses alte Wissen und die Auseinandersetzung der dort ansässigen Menschen mit ihrer Kulturlandschaft sollen nun für die Gemeinde und den Tourismus aufbereitet und genutzt werden.

2) der Raum Brandenberg im Tiroler Unterland, eine der waldreichsten Regionen Österreichs mit einer ungewöhnlich großen Artenvielfalt, die von Vögeln und Schmetterlingen bis hin zu dichten Wildbeständen reicht. Hier will man eine besondere Nutzung des Waldes für einen sanften Tourismus und die wissenschaftlich erwiesene wohltuende und heilsame (Erholungs)Wirkung des Waldes auf den Menschen erlebbar machen.

3) das Tiroler Oberland mit dem Oberen G‘richt, am Dreiländereck zu Südtirol und der Schweiz. Hier, im Kern der Ostalpen, an der Achse Engadin- Inntal- Reschen -Vinschgau, haben die Menschen einen besonderen Bezug zur ihrer Geschichte aufrechterhalten. Diese spezielle Verbindung zu den historischen Wurzeln der alpinen Besiedlung und die Spuren der (prä)historischen Bewegungen des Menschen sind heute vielerorts immer noch in der Natur-und Kulturlandschaft sichtbar. Hier konnten sich zB. dank des besonderen Klimas (inneralpines Trockenklima) einzigartige Bergmähder erhalten.

In allen drei Regionen haben schon Gespräche mit den verschiedenen AkteurInnen stattgefunden, in denen der Mehrwert der kulturellen und naturlandschaftlichen Besonderheiten der jeweiligen Region definiert und konkrete Maßnahmen für deren Stärkung bzw. Erlebbarmachung für den Tourismus entwickelt wurden.

Besonders wichtig ist der Projektleiterin Stefanie Pontasch, dass neben ExpertInnen aus Natur und Tourismus vor allem auch die in den Regionen lebenden Bürgerinnen und Bürger in die Entwicklungs- und Entscheidungsprozesse eingebunden werden. Dafür fanden bereits Workshops mit den verschiedenen AkteurInnen in den Regionen statt. Ab 2018 und bis Ende 2019 sollen die bis dahin definierten Konzepte und Maßnahmen dann umgesetzt werden.