Erfolg bei der Weltklimakonferenz in Marrakesch

Mit einer überraschenden Erfolgsbilanz ist am vergangenen 18. November die Weltklimakonferenz in Marokko zu Ende gegangen. Delegierte aus mehr als 190 Staaten trafen dabei zusammen, um über die Umsetzung der 2015 im Pariser Vertrag beschlossenen Klimaschutzziele zu diskutieren. Diese Ziele waren auf der Klimakonferenz in Paris 2015 (dem COP 21) zwar formuliert und als Absichtserklärung beschlossen worden.

In Kraft getreten und somit zu einem verbindlichen Werk geworden ist der Vertrag von Paris aber erst jetzt. Auf dem COP 22 in Marrakesch wurden nun diese vereinbarten Ziele mit Inhalten gefüllt und der Fahrplan für ihre konkrete Umsetzung in einer Proklamation beschlossen. 

Erstmals konnten sich also Industrie-, Schwellen- und Entwicklungsländer auf ein Abkommen einigen. Überraschenderweise ist dies nicht zuletzt durch einen strategischen Zusammenschluss mehrerer afrikanischer Staaten gelungen: sie konnten die wichtigsten Industrienationen und Hauptverursacher von Treibhausgasen zu bedeutenden Zahlungen verpflichten. So wurde zB. der “Anpassungsfonds”, der konkrete Maßnahmen in besonders vom Klimawandel betroffenen Regionen finanziert, mit 81 Millionen US-Dollar aufgefüllt. 

Knapp 50 weniger entwickelte, aber vom Klimawandel besonders betroffene Staaten haben sich ebenfalls verpflichtet, so rasch wie möglich aus Kohle, Öl und Gasproduktion auszusteigen. Der Umstieg auf erneuerbare Energiequellen soll in den nächsten drei Jahren in ihren jeweiligen nationalen Klimaschutzzielen festgeschrieben werden.

Besonders wichtige Zusagen gab es von den USA und von China: trotz der Wahl von Donald Trump zum neuen Präsidenten versicherte US- Außenminister John Kerry in Marrakesch, an den in Paris beschlossenen Klimavereinbarungen festhalten zu wollen. China wiederum, das Land mit den weltweit höchsten Treibhaus-Emissionen, will bis spätestens 2030 seine maximalen Emissionen erreicht haben.

Die Verabschiedung nationaler Klimaschutzpläne soll vor allem im Einklang mit den Entwicklungszielen der Vereinten Nationen (Bekämpfung des Hungers, sauberes Trinkwasser, ausreichende Gesundheitsversorgung) umgesetzt werden. Daneben beinhaltet die Proklamation von Marrakesch auch noch andere Maßnahmen von  Wissenschaft, Unternehmen und zivilgesellschaftlichen Initiativen, die sich verpflichten, auf allen Ebenen verstärkt gegen die Erderwärmung aktiv zu werden.