Umweltfrühstück 2011: Ein Blick in die Zukunft

Das dritte Tiroler Umweltfrühstück zum Thema "Tirol in 20 Jahren – Perspektiven schaffen Zukunft" näherte sich dem komplexen Gebiet der Zukunftsgestaltung. Wohin geht die Entwicklung? Welche (Mega-)Trends zeichnen sich ab? Was kommt auf uns zu und wie begegnen wir diesem Wandel in der Gesellschaft, der Technologie und der Natur? Auch wenn viele Themen nicht gänzlich neu sind, so ist doch das Zusammenspiel der einzelnen Faktoren ein entscheidender Richtungsweiser für den Weg, den wir heute einschlagen. So wie man nicht auf jeden Trend aufspringen kann und auch gar nicht muss, so lässt sich auch kein allgemeingültiger Masterplan definieren. Die Punkte auf der Agenda sind individuell festzulegen. Den Menschen jedenfalls sind laut Umfragen die wichtigsten Themen bereits bestens bewusst: Energie, Technik und Recycling.

An die 40 Vertreter aus Politik und Wirtschaft fanden sich auf Einladung der Tiroler Umweltanwaltschaft am 13. Oktober im LK-Forum ein, um bei einem köstlichen Bio-Frühstück über die Trends und mögliche Zukunftsszenarien zu diskutieren. Die Impulse dazu lieferte der Zukunftsforscher Harry Gatterer, der neben den Ergebnissen facheinschlägiger Studien auch die Erkenntnisse aus diversen Meinungsumfragen unter der österreichischen Bevölkerung präsentierte.

Welche Werte werden uns wichtiger?
Wohin die Reise geht, lässt sich an sogenannten Megatrends festmachen. Kennzeichnend für diese Strömungen ist, dass sie langsam vonstatten gehen, überall festzustellen und stabil sind. Megatrends sind nicht etwa überraschend, dafür sind sie in einem komplexen Veränderungsprozess integriert. In den Mittelpunkt der neuen "Globalkultur" sind Werte gerückt wie etwa Neo-Ökologie, Gesundheit, Individualisierung und New Work. Dabei ist alles durchzogen vom Bedürfnis nach Selbstentfaltung und Glück. Werte, die den Menschen noch wichtiger werden. Zur Verwirklichung braucht es jedoch den entsprechenden Raum, das passende Umfeld. Vor diesem Hintergrund gewinnt der Ort – trotz zunehmender Mobilität – immer mehr an Bedeutung. Wo kann ich mich entfalten? Wo fühle ich mich gut? Die gesundheitsbewussten Menschen von morgen werden noch wählerischer, was ihren Aufenthaltsort anbelangt. Frische Luft und die Möglichkeit zur Entschleunigung sind zwei wesentliche Kriterien für die Attraktivität eines Landes. Verschwendung passt dabei nicht ins Bild. Moderne Menschen verstehen sich als Teil der Natur; 40% der Tiroler sind "in der Natur am glücklichsten". Überhaupt ist hierzulande ein sehr hoher Prozentsatz der Bevölkerung "mehrmals täglich glücklich". Ein untrügliches Zeichen für die hohe Lebensqualität in unserem Land! Und auch ein Ansporn, diesen Standard weiterhin zu erhalten – durch eine Balance zwischen (technologischem) Fortschritt und Bewahrung einer intakten Natur.

Lösungen finden im Miteinander 
"Wir müssen den Menschen ein attraktives Tirol als Lebensumfeld bieten. Und hier gilt es, professionell umzugehen mit den unterschiedlichen Wünschen und Bedürfnissen", so die Worte von Johannes Kostenzer. Dies gelingt nur, wenn wir einen sorgsamen Umgang mit den Ressourcen wahren und auf die Besonderheiten unseres Landes sensibilisiert bleiben. Der Weg besteht nicht aus Verbot und Verzicht, sondern aus Lösungen, aus dem "gewusst wo" und "gewusst wie". So wird sich die Tiroler Umweltanwaltschaft weiterhin für Lösungen im Sinne der Naturerhaltung stark machen, damit die Heimat der zunehmend engagierten Tiroler Bevölkerung weiterhin so lebenswert bleibt!

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