Tiroler Naturschutzbeauftragte stellen sich vor

Dass Jäger oft eine tiefe Verbindung zur Natur haben, beweist unser Naturschutzbeauftragter und Bezirksjägermeister Otto Weindl. Er ist einer von 19 ehrenamtlichen Naturschutzbeauftragten, die den Tiroler Umweltanwalt in den Bezirken bei behördlichen Bewilligungsverfahren vertreten. Otto Weindl ist im Bezirk Schwaz ehrenamtlich tätig, in dem er seit 20 Jahren mit großem Engagement bei verschiedenen Vorhaben als „Anwalt der Natur“ die Naturschutzinteressen vertritt. 

In seinem Berufsleben ist Otto Weindl als Lehrer in der landwirtschaftlichen Landeslehranstalt Rotholz tätig. Dabei unterrichtet er die Landwirte und Landwirtinnen von morgen und kann ihnen so in vielen Gesprächen und Diskussionen sein Wissen über den Natur- und Umweltschutz vermitteln.

Gerade die Bauern und Bäuerinnen als wichtige LebensmittelproduzentInnen sollten seiner Meinung nach ein Herz für den Natur- und Umweltschutz haben. 

Der Bezirk Schwaz weist nach Ansicht von Otto Weindl neben dem Achensee als größtem See Tirols und dem Natura 2000 Gebiet dem Alpenpark Karwendel noch viele andere naturkundliche Besonderheiten auf. 

Auch Otto Weindl hat wie seine KollegInnen im restlichen Tirol mit vielen Skigebietserschließungen in Form von geplanten neuen Pisten, Aufstiegshilfen und Beschneiungsanlagen zu tun. 

Als positiv sieht der Naturschutzbeauftragte, dass es in den letzten Jahren immer mehr zur Normalität wird, dass ProjektbetreiberInnen schon in der Planungsphase den Naturschutzbeauftragten mit einbinden und auch versuchen auf dessen Argumente einzugehen. Für Otto Weindl lautet das Zauberwort: „Kompromissbereitschaft“. Wenn diese bei beiden Seiten vorhanden ist, dann kommt man in den meisten Fällen zu guten Lösungen. 

Ein Thema liegt ihm besonders am Herzen, nämlich die Beunruhigung der Wildtiere durch den Lärm der Schneekanonen und die fortschreitenden Lebensraumeinschränkungen gerade im Winter in der Nacht durch den Betrieb der Beschneiungsanlagen, aber auch durch die Pistenbeleuchtungen für das Nachtschifahren.

Hier hofft der engagierte Naturliebhaber auf ein Umdenken und auf einen maßvollen Einsatz. 

Ansonsten erkennt Otto Weindl ein steigendes Bewusstsein für die Natur sowohl in der Bevölkerung als auch in der Wirtschaft. „Aber wir stehen noch am Anfang eines wirklich bewussten und schonenden Umgangs mit unserer Umwelt.“ Hier würde sich Otto Weindl wünschen, dass das Interesse der Menschen an der Natur noch größer wird – „denn dann sind sie auch bereit, diese noch mehr zu schützen.“ 

Das ganze Interview mit Otto Weindl können Sie hier nachhören.