Geophyten: die frühe Blume fängt das Licht

Wer in den letzten Wochen im Wald unterwegs war, konnte sich an den ersten blühenden Farbflecken der Geophyten erfreuen. Geophyten sind mehrjährige krautige Pflanzen, die die ungünstigen Lebensbedingungen in der kalten Jahreszeit mit Hilfe unterirdischer Erneuerungsknospen überdauern und so als erste Blumen den Beginn des Frühlings einläuten. Zu den Geophyten gehören beispielsweise Leberblümchen, Buschwindröschen, Frühlingsknotenblumen, Schneeglöckchen oder Krokusse. Sie alle haben in ihrer Wurzel eine durch die Evolution herausgebildete Zwiebel oder Verdickung, in die sie schon sehr früh (April/Mai) ihre Pflanzensäfte zurückziehen und die Energie dort einlagern. Bereits zu Beginn des nächsten Frühjahrs (Februar/März), wenn der erste Schnee geschmolzen ist und sonst noch keine anderen Pflanzen blühen, sind die Geophyten die ersten, die auf die in ihren Wurzeln eingelagerten Nährstoffe zurückgreifen können. Zu dieser Zeit haben die Bäume im Wald noch keine Blätter gebildet. Die Frühblüher können somit das einfallende Licht ohne Konkurrenz optimal für sich ausnützen und von der Trägheit der restlichen Natur profitieren. Die Lebensdauer der Frühblüher ist allerdings dafür stark verkürzt. Spätestens im Mai verschwinden die Blüten der meisten Frühblüher wieder, die sich bis zum nächsten Frühjahr in ihre unterirdischen Bestandteile zurückziehen.