Siloballen als neue Landschaftselemente ?

In den letzten Jahren hat die Siloballenwirtschaft in ganz Österreich stark zugenommen. Dabei stören die in Folie gewickelten Grasballen nicht nur das Landschaftsbild; sie stellen auch aus ökologischer Sicht ein Problem für unsere bisher artenreiche Kulturlandschaft dar. Denn der Produktionsprozess zur Herstellung der Siloballen birgt eine ganze Reihe negativer Auswirkungen auf Flora, Fauna und nicht zuletzt auf unsere eigene Lebensqualität.

Zunächst geht mit der Siloballenwirtschaft eine Intensivierung der Produktion einher, die bewirtschafteten Wiesen ermöglichen mit Hilfe entsprechender Düngung dem Bauer ein oftmaliges Schneiden. Wiesen im Inntal zB. können so bis zu sieben Mal im Jahr gemäht werden. Die Folge ist ein starker Verlust an Biodiversität, denn nur wenige, meist raschwüchsige Gräser halten dieser Intensivnutzung stand. Daher findet man auf so bewirtschafteten Wiesen nach einiger Zeit im Schnitt nur noch fünf bis sechs Arten. Auf vergleichbaren Wiesen mit traditioneller Bewirtschaftung wachsen rund 40 Pflanzenarten. Die Folge ist eine ungesunde, weil monotone Futtergrundlage für die Kühe, denn solche Wiesen offerieren den Tieren nur mehr wenige gesunde Kräuter. Für die Milchwirtschaft und für die Konsumenten bedeutet das einen Verlust an Geschmack und Qualität der Milchprodukte.

Weiters wirkt sich die Nutzung von Siloballenwirtschaft negativ auf die Nahrungsmittelketten zwischen Flora und Fauna aus: denn wenn die Wiese an Artenreichtum verliert, geht auch die Anzahl der Insekten, die in der Wiese leben, zurück. Reduziert sich aber die Insektenvielfalt, so ist auch die Futterbasis für Vögel oder andere Tiere nicht mehr gegeben. So gibt es zahlreiche Arten wie den Bläuling, einen Schmetterling, der auf  das Vorkommen seiner Futterpflanze, dem Wiesenknopf, angewiesen ist.  

Zusätzlich werden im Prozess des Einpackens der Grasballen mit Folie auch zahlreiche Tiere mit verpackt, die dann dort sterben und für die Aufrechterhaltung des ökologischen Gleichgewichts der jeweiligen Wiesen verloren gehen. Eine nicht unwesentliche Problematik ist auch der große Verbrauch an Folien.

Zuletzt wird auch die Landschaft Tirols durch die Siloballen massiv verändert, und treten vielfach Folienbälle als Landschaftselemente in den Vordergrund.

Zur Sensibilisierung hat die Tiroler Umweltanwaltschaft ein Positionspapier zu dem Thema veröffentlicht.