Weitere Zulassung des Pflanzenvernichtungsmittels Glyphosat von Österreichs Umweltanwaltschaften abgelehnt

Wildblumenwiesen werden durch Glyphosat-Spritzungen zerstört. Foto:@ Tiroler Umweltanwaltschaft

Die EU hat sich bei der Frage um die Verlängerung der Zulassung des Pflanzenvernichtungsmittels Glyphosat weiterhin (noch) nicht geeinigt.

Dem massiven Protest vieler Vereine, Institutionen, aber auch den Gegenstimmen aus der Zivilgesellschaft ist zumindest eine Sensibilisierung für das Thema gelungen. Auch die Umweltanwälte Österreichs sprachen sich in einer gemeinsamen Petition an den Bundesminister Andrä Rupprechter gegen eine Verlängerung der Zulassung aus. Denn neben der evidenten Umweltgefährdung ist durch den massiven Einsatz von Glyphosat u.a. in der Landwirtschaft auch eine Gesundheitsgefährdung für Menschen und Tiere zu befürchten.

Glyphosat ist ein Breitbandherbizid, das seit den frühen 1970er Jahren bekannt und kurz darauf auf den Markt gekommen ist. Es funktioniert chemisch und vernichtet völlig undifferenziert alles pflanzliche Material, das damit gespritzt wird.

Bis heute existiert um den Stoff, der unter mehreren Markennamen, davon der bekannteste "Roundup", betrieben wird, ein sehr großer Markt, der nicht nur Privatpersonen bedient, sondern vor allem in großem Stil in der Landwirtschaft eingesetzt wird. Obwohl vielfach behauptet wird, dass sich die Giftstoffe schon nach wenigen Tagen abbauen, ist eine krebserregende Wirkung nicht auszuschließen. Es ist erwiesen, dass Glyphosat - sobald es ins Wasser kommt - sehr problematische Auswirkungen auf die darin vorkommenden Lebewesen hat.

Wie schädlich Glyphosat wirklich ist, - darüber gehen die Ergebnisse der Forschungsinstitute stark auseinander: die wissenschaftliche Einrichtung der WHO hat kürzlich eine Empfehlung abgegeben, Glyphosat wegen seiner potenziell krebserregenden Wirkung nicht mehr zuzulassen. Andere Forschungsinstitute aber, wie zum Beispiel einige in Deutschland, die von der  EU gewöhnlich zu Rate gezogen werden, wollen herausgefunden haben, dass der Einsatz von Glyphosat vollkommen unbedenklich ist. 

Solange die Beweislage ungeklärt ist, sollte die Verwendung von Glyphosat im Zweifelsfall schon allein im Sinne des Vorsorgeprinzips eingestellt werden.