Blühstreifen am Wegrand: Zurück zur Artenvielfalt

Mit mehreren Initiativen bemüht sich die Tiroler Umweltanwaltschaft, dem Problem der Artenverarmung von Wiesenlandschaften zu begegnen. Dabei sollen unter anderem Tiroler Gemeinden für neue Möglichkeiten der Gestaltung von Straßenrändern, Begleitsäumen oder Verkehrsinseln interessiert und unterstützt werden: das Anlegen von Blühstreifen aus Wildpflanzen-Mischungen auf öffentlichen Grünflächen mit heimischen Wildpflanzen birgt nämlich gleich mehrere Vorteile. So kann durch das Anlegen auch nur kleiner Flächen ein Ökosystem geschaffen werden, das einen wertvollen Rückgewinn an Artenvielfalt ermöglicht. Ein Pilotprojekt der Vorarlberger Gemeinde Rankweil, bei dem die Anlage von Blühstreifen im Gewerbegebiet wissenschaftlich durch den Biologen und renommierten Autor Reinhard Witt (www.naturgartenplaner.de) begleitet wurde, hat überraschende Ergebnisse geliefert. Innerhalb kürzester Zeit hat sich durch die Blühstreifen eine erstaunlich große Artenvielfalt gebildet. Ein anschließendes Monitoring durch den Experten Timo Kopf von der Uni Innsbruck  hat gezeigt, dass auf den bepflanzten Flächen eine hohe Anzahl an Wildbienen eine neue Heimat gefunden hat, darunter sogar auch Arten, die bis dato als ausgestorben gegolten hatten.

Ein weiterer Vorteil dieser Art der Bepflanzung öffentlicher Flächen liegt in der einfacheren und unkomplizierten Pflege, die so kostengünstiger wird, als herkömmliche Beete.

Zusätzlich bringen die Blühstreifen ein Stück farbenreicher Natur in den urbanen Raum.

Neben öffentlichen Flächen können solche Blühstreifen auch in privaten Gärten angelegt werden. Die Blumenmischung kann dabei auf den Standort und die jeweiligen klimatischen Verhältnisse abgestimmt werden. Auf der Webseite der Tiroler Umweltanwaltschaft stehen dazu Empfehlungen und Tipps über Methoden und Samenmischungen.

In Kombination mit dem Projekt Vielfalt im Feld, bei der größere artenreiche Blumenwiesen wie Inseln inmitten von landwirtschaftlich intensiv genützten Anbauflächen angelegt werden, will die Tiroler Umweltanwaltschaft mit der Einführung von derartigen kleinflächigen Blühstreifen auch im Gemeindegebiet zur Förderung der Artenvielfalt beitragen.