Biotopverbund & Wildtierkorridor Via Claudia Augusta

Verbindungswege für Tiere wieder herstellen, die durch Infrastrukturprojekte und Besiedelung unterbrochen wurden: das ist das Ziel des Projekts "Biotopverbund Via Claudia Augusta“, welches die Tiroler Umweltanwaltschaft seit 2010 umsetzt.

Zahlreiche Korridore und Trittsteine, die bis dahin von Tieren bei ihren Wanderungen genützt wurden, fielen der baulichen Entwicklung speziell in den Talböden zum Opfer. Zum Beispiel ist heute in Tirol ein Wildwechsel über die Autobahn kaum mehr möglich und zudem sind zahlreiche  Verbindungen zwischen Einstands- und Nahrungsaufnahmegebieten, Laichplätzen und Lebensräumen nicht mehr vorhanden bzw. für viele Tierarten nur mehr sehr eingeschränkt nutzbar.

 Die Tiroler Umweltanwaltschaft hat vor einigen Jahren auf diese Situation reagiert. Unter Einbindung verschiedenster Experten wurden zahlreiche Standorte in Tirol analysiert und festgestellt, wo es notwendig wäre, Übergänge oder Rückzugsräume für Tiere zu schaffen (zum Beispiel durch Untertunnelungen oder Überführungen).

 Der Projektname "Biotopverbund Via Claudia Augusta" erinnert an die bedeutende Römerstraße, die den süddeutschen Raum mit Norditalien verband und heute eine Renaissance als Kulturachse Europas erlebt. Entlang dieser antiken Route wurden in den letzten zwei Jahren an verschiedenen Standorten rund 100 Vorschläge zur Schaffung von Verbindungen zwischen Lebensräumen und zur Gestaltung von Trittsteinen erarbeitet. Der Prozess zur Identifizierung entsprechender Standorte und Maßnahmen orientierte sich an verschiedenen Leitarten. Zu diesen Leitarten bzw. -gruppen zählen die Amphibien, der Biber, die Koppe, die Feldgrille, der Dunkle Wiesenknopf-Ameisenbläuling (ein Schmetterling), die Große Hufeisennase (eine Fledermausart) und der Rothirsch.

Aus den Vorschlägen wurden knapp 50 - aus naturkundlicher Sicht - prioritäre Maßnahmen ausgewählt und anschließend nach Kriterien hinsichtlich Bedeutung und Machbarkeit gereiht.

Die Umsetzung der drei ersten Maßnahmen wurde bereits im Detail geplant und wird schon durchgeführt: Der Amphibientunnel im "Oberen Inntal" zwischen Serfaus und Pfunds, mit dem Baubezirksamt Imst als Projektspartner, Laichgewässer im Gurgltal für die Gelbbauchunke, mit dem Baubezirksamt Imst als Projektspartner, und eine fischpassierbare Anbindung des Grundbaches an den Heiterwanger See.