Ein Blick zurück: Tätigkeitsbericht 2013-2014

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Von allen zwischen 2013 und 2014 beim Land Tirol zur naturschutzrechtlichen Bewilligung eingereichten Vorhaben wurden über 95% genehmigt und in der Folge umgesetzt. Das ist eine der zentralsten Botschaften des Tätigkeitsberichtes der Tiroler Umweltanwaltschaft. Dieser erscheint alle 2 Jahre und zieht Bilanz über die Entwicklungen in Sachen Umwelt und Natur im Land Tirol.

Insgesamt wurden im Berichtszeitraum 2.272 Projekte zur naturschutzrechtlichen Bewilligung eingereicht. 311 Vorhaben  davon wurden in bestehenden Schutzgebieten genehmigt. Sie reichen von Seilbahnbau, neuen Alm- und Forstwegen, Kraftwerken und Rohstoffgewinnungsanlagen, bis zu Sportanlagen und anderen Infrastrukturmaßnahmen.  Von allen Einreichungen wurde in weniger als 5%  der Fälle die Bewilligung versagt. „Das sagt mehrere Dinge aus", erklärt Landesumweltanwalt Johannes Kostenzer: „Zum Einen, dass die Gesetze nicht so streng sind, wie oft von Seiten der Wirtschaft suggeriert wird. Zum Anderen aber auch, dass der Großteil der eingereichten Vorhaben schon in ihrer Konzeption relativ umweltfreundlich sind". Das bezeuge auch die geringe Zahl an Bewilligungsbescheiden pro Jahr, gegen die die Umweltanwaltschaft ein Rechtsmittel einbringen musste, da diese Vorhaben starke und irreversible Beeinträchtigungen verursacht hätten und  daher als umweltbelastend einzustufen waren. Im Jahr 2014 war eine Beschwerde an das Landesverwaltungsgericht nur bei 16 der 1.141 Anträge nötig gewesen. „Das stellt der Arbeit der Behörden des Landes Tirol insgesamt ein ganz gutes Zeugnis  aus“ so Kostenzer.

Trotzdem gibt die große Zahl der Vorhaben, die pro Jahr in Tirol umgesetzt werden,  zu denken, in Hinblick auf die Entwicklung und die Zukunft unseres Landes. 2013 gab es eine zusätzliche Flächeninanspruchnahme von ca. 300 ha; 2014 waren es 368 ha (das entspricht ungefähr 550 Fußballfeldern). 

Bei gleichbleibender Tendenz würde das bedeuten, dass wir im Jahr 2050 die Hälfte des besiedelten Dauersiedlungsraums zusätzlich in Anspruch nehmen würden. Keine erfreuliche Aussicht!

 

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