Handbuch Landschaft

Zum Thema Landschaft erarbeitet die Tiroler Umweltanwaltschaft derzeit ein neues Handbuch, das vor allem den Naturschutzbeauftragten bei ihrer Arbeit dienen soll. Dabei geht es nicht nur um Landschaftstypen und ihre Kategorisierung, sondern vor allem um die Frage, wie wir Landschaft erleben und was ihre Attraktivität ausmacht.

 Die genaue Betrachtung einer Landschaft erzählt sehr viel darüber, wie sich der Mensch durch Jahrtausende hindurch die Umwelt nutzbar gemacht und durch sie sein Überleben gesichert hat. Das Erkennen von Indikatoren in der Landschaft, die uns Aufschluss über die Geschichte der Interaktion zwischen Mensch und Umwelt geben, braucht ein geschultes Auge. Das neue Handbuch will diese Hinweise und Symbole in der Landschaft beschreiben und sichtbar machen.

 Ein interessanter Aspekt von Landschaft ist ihre Wirkung auf ihre BetrachterInnen. Jeder, der wandernd in die Landschaft geht oder diese aus Distanz betrachtet, wird unwillkürlich davon berührt und emotional angesprochen. Wie Landschaft genau auf uns wirkt wurde in zahlreichen Studien untersucht.

 Man weiß daher, dass es Landschaftsbilder gibt, die vom Menschen als besonders angenehm empfunden werden: dazu zählt zum Beispiel eine Landschaft, die einen Blick in die Weite erlaubt, auf eine Abfolge von hintereinander erscheinenden Bergketten oder Hügeln und  die durch keine großen Hindernisse oder Verbauungen gestört wird. So ein als schön empfundenes Landschaftsbild hat unmittelbare positive Auswirkungen auf seine BetrachterInnen. In diesem Kontext wird verständlich, dass die Bewahrung des Landschaftsbildes in Tirol nicht nur für die Lebensqualität der eigenen Bevölkerung von großer Bedeutung ist, sondern auch für unsere Gäste aus dem Tourismus ausschlaggebend ist.

Neben der natürlichen Schönheit einer Landschaft wird ihre Attraktivität vor allem davon bestimmt, wie sie mit der Infrastruktur zusammenwirkt, die der Mensch in die Landschaft hineinbaut. Das neue Landschafts-Handbuch der Tiroler Umweltanwaltschaft will für diese Tatsache Bewusstsein schaffen und die Entscheidungsträger zu einer bewussten Betrachtung und einem sensiblen Umgang mit Landschaft anregen.